Juni-Geschichten
Essbare Lilien, Gemüse-Freundschaften und Laufenten
Anfang Juni konnte ich einen eintägigen Permakultur-Kurs bei Dario auf dem Mülacker besuchen. Neben einiger spannender Theorie haben wir auch erfahren, dass die schönen Taglilien essbar sind. Auch haben wir darüber gesprochen, wie Pflanzen sich gegenseitig unterstützen können. Ein gutes Beispiel ist die Drei-Schwestern-Mischkultur. Diese haben schon die Maya genutzt. Dabei werden Kürbisse, Bohnen und Mais in einem Beet gepflanzt, alle Pflanzen profitieren voneinander. Das Mais bietet den Bohnen eine optimale Rankhilfe. Die Wurzeln der Bohnen gehen eine Symbiose mit den Knöllchenbakterien im Boden ein und können so den Stickstoff pflanzenverfügbar machen. Dieser Stickstoff dient als Dünger für das Mais und den Kürbis. Der Kürbis schützt mit seinen grossen Blättern die Erde vor Austrocknung und Errosion. Die drei Schwestern habe ich dieses Jahr auch im Garten ausprobiert und bis jetzt funktioniert es. Neben den Blumen, dem Gemüse und Obst gibt es auch Laufenten im Permakulturgarten Mülacker. Diese dienen als natürliche Schneckenabwehr. Danke für den tollen Kurs!

Garten-Updates
Im Garten konnte ich schon einiges ernten: Kefen, Erbsli, Broccoli, Krautstiel und immer noch Schnittsalat. Durch verschiedene Gründe bin ich aber mit der Aussaat von vielen Pflanzen, darunter auch fast alle Färberpflanzen, sehr verspätet. Ich wollte die Eisheiligen abwarten und plötzlich ist schon Ende Juni. Ich habe das meiste jetzt trotzdem angesät und warte ab, was noch alles wachsen wird. Gewachsen sind jedenfalls das Wissen und die Erkenntnis, das nächstes Jahr anders zu machen. Konkret noch angesät habe ich unter anderem drei verschiedene Sorten Bohnen (Stangenbohnen, Buschbohnen und Feuerbohnen) und Tagetes, Cosmea und ein paar andere Färberpflanzen. Dieses Jahr wollte ich auch Färbeknöterich anbauen. Zwar haben die Samen rasch gekeimt, aber sie sind nur sehr langsam gewachsen, besser gesagt sind sie gar nicht mehr gewachsen ab einer gewissen Grösse. Trotzdem habe ich mich dazu entschieden, sie auszupflanzen, da ich ehrlich gesagt auch langsam keine Geduld mehr hatte. Diese Entscheidung haben die Pflanzen allerdings nicht überlebt. Ich habe ein paar Ideen, warum es nicht geklappt hat und werde es sicher nächstes Jahr wieder versuchen. Leider gibt es aber dieses Jahr keine Blau-Färbung. Schade, aber ich kann es nicht ändern und es geht weiter. Am monatlichen Gartentag kam Laurin extra früh, damit wir der Hitze entfliehen konnten. Nach getaner Arbeit gingen wir schwimmen. Danke Laurin, dass du mir geholfen hast.


… das Selbe gilt hoffentlich dann auch für diese Feuerbohnen, auch Käferbohnen genannt
Deadlines, Abgabestress und Präsentation
Der Juni war von Deadlines und Abgabestress geprägt. Ich habe unteranderem für meine Bäuerinnen-Ausbildung den Kurs «Bildung auf dem Bauernhof» belegt. Dazu musste ich eine Arbeit schreiben, welche ich genau einen Tag vor meiner Zwischenpräsentation im Masterstudium abgeben musste. Das war ziemlich viel auf einmal, doch am Ende klappt es dann schon immer irgendwie. Auch die Präsentation hat geklappt und ich konnte gutes, konstruktives Feedback für mein Projekt erhalten. Langsam vergeht der Stress und ich bin froh, den Juli mit zwar nicht unbedingt weniger Arbeit, aber definitiv weniger Deadlines gestartet zu haben.

Was geschieht im Juli?
Gartenclub
Der nächste Garten-Club-Tag findet am 25.07. statt. Schreib mir, falls du dabei sein möchtest! Dieses Mal wird es sicher auch wieder etwas zu ernten geben 😉
Wolle
Leider musste ich den Abgabetermin für die Wolle verschieben. Nun bringe ich die Wolle nächste Woche zur Wollspinnerei Vetsch. Ich werde sicher im nächsten Newsletter davon berichten. Schon jetzt kann ich aber sagen, dass sich das Sortieren der Wolle als zeitintensiver als gedacht herausgestellt hat und ich war froh, dass mir Nina dabei geholfen hat. Danke! Auch hier gilt aber, dass ich alleine durch das Tun sehr viele Erkenntnisse gewinnen konnte, die mir beim nächsten Mal die Arbeit bereits erleichtern werden.

Färben
Ich vernachlässige zu fest meine Färbungen. Dies sicherlich auch, weil der Garten im Moment viel zu tun gibt und ich auch noch andere Prioritäten setzen musste, dabei ist das Färben immer am wenigsten dringend. Mein Plan ist es jetzt, jede Woche ein Farbbad anzusetzen, um mich so etwas zum regelmässigen Färben zu «zwingen» (keine Angst, es macht mir immer noch Spass). Auf Instagram teile ich jeweils die wöchentliche Färbung unter dem Format «Färbe Freitag». Folge mir also, um nichts zu verpassen oder lies den nächsten Newsletter!

Fokus: Permakultur
Wie letztes Mal versprochen, hier einige Worte zur Permakultur. Vorweg muss aber gesagt werden, dass es nicht eine Definition davon gibt, sondern die Vielfalt diese ausmacht. Zusammenfassend lässt sich aber sagen: Permakultur gründet auf der Beobachtung von Ökosystemen und geschlossenen Kreisläufen in der Natur und überträgt diese auf Kulturland, um mit der Natur, statt gegen sie zu arbeiten. Alles innerhalb eines Systems soll in Beziehung zueinanderstehen und sich gegenseitig unterstützen. Kulturland wird vielseitig nutzbar und bietet vielen Lebewesen einen Lebensraum, bleibt aber trotzdem ertragreich für den Menschen. Durch Permakultur bleibt die Landwirtschaft naturnah, stabil und widerstandsfähig (Visio Permacultura – Schweizer Stiftung, 2022). Nach Holmgren (2002) gibt es drei Grundsätze der Permakultur: Earth Care, People Care, Fair Share.

