Newsletter nr. 3

April-Geschichten

Schafe, Wolle und Bier

Zu Mariegold sollen in Zukunft auch Schafe gehören, genauer gesagt Spiegelschafe, eine Pro Specie Rara Rasse. Da ich schon dieses Jahr zwei Schafe kaufen möchte, um sie möglichst früh ins Projekt zu integrieren, habe ich mich auf die Suche gemacht. Nachdem ich zuerst nichts Passendes fand, habe ich bei tierischeraritaeten.ch ein Inserat geschaltet. Kurz darauf meldeten sich Beat und Astrid, die nur 12 km entfernt von mir wohnen. Schnell war ein Termin gefunden und zusammen mit dem Schaf-Experten Stefan ging ich die Schafe anschauen – so herzig! Nach einem Bier waren wir uns über den Preis einig und haben gleich noch ein zweites zur Feier des Tages getrunken.

Noch sind die Lämmer zu klein, um abgegeben zu werden, aber in etwa zwei Monaten darf ich sie abholen. Bei meinem Besuch habe ich auch von meinem Projekt erzählt, woraufhin mir Beat und Astrid spontan ihre frisch geschorene Wolle geschenkt haben. Damit ist der offizielle Start der Garnproduktion gemacht! Nachdem ich mich mit jedem Sack der Wolle auf die Waage gestellt habe und anschliessend mein Gewicht abgezogen habe, stellte ich fest, dass ich nun stolze Besitzerin von 33kg Spiegelschafwolle bin.

Die Wolle muss nun noch sortiert werden. Falls du Lust hast mitzuhelfen und kein Problem mit fettigen Händen hast (gratis Handcreme dank Lanolin inklusive ;)), melde dich gerne bei mir.

Als nächstes werde ich mit der Wollspinnerei Vetsch einen Termin vereinbaren, um die Wolle von ihnen zu Garn verarbeiten zu lassen . 

Neugierige Spiegelschaf-Lämmer von Beat und Astrid 

Permakultur

Der Bauernhof ist die Grundlage von Mariegold. 2030 wird es ernst und der Hof kann in Pacht weitergeführt werden. Bis dahin gilt es, Strategien und Pläne zu entwickeln, wie der Hof in Zukunft geführt werden kann. Da das landwirtschaftliche Recht vorschreibt, dass nicht ausschliesslich Färberpflanzen angebaut werden können, interessiere ich mich auch für den Gemüseanbau. Eine mögliche Form des Anbaus könnte die Permakultur sein. Für die Recherche musste ich nicht lange suchen: Im Dorf habe ich mit Dario einen Permakultur-Experten quasi vor der Haustür. Wir haben zusammen den Hof besichtigt und ich konnte schon viele neue Ideen und Impulse mitnehmen. Einige Tage später durfte ich dann auch den Permakulturgarten Mülacker anschauen, den er mit aufgebaut hat – wirklich beeindruckend und schön, was dort entstanden ist!Danke Dario für deine Zeit.

Bei der Permakultur unterstützen sich Pflanzen gegenseitig

Garten-Updates

Die ausgesäten Pflanzen im Garten wachsen fast ausnahmslos. Dies erleichtert mich natürlich sehr, da der Garten dieses Jahr an einem neuen Ort ist. Das sonnige Wetter freut uns wohl alle, allerdings ist es zu trocken und der teilweise starke Wind (die Bise) trocknet zusätzlich aus. So muss ich oft wässern. Bis jetzt konnte ich Regenwasser in einer alten Badewanne sammeln, allerdings wird dies schon bald nicht mehr ausreichen. So konnte ich zwei grosse Wassertanks mit je 800 L Wasser auftreiben. Jan und Urs haben mich beim Abholen wieder tatkräftig und mit viel Muskelkraft unterstützt. Danke, dass ihr eurer grossen Schwester immer bei ihren komischen Ideen hilft! Nun müssen die Tanks noch in Stellung gebracht werden, sodass sie hoffentlich beim nächsten Regen bereits Wasser sammeln können. 

Es wächst! Ich hoffe auf Regen, damit ich weniger giessen muss…

Gartenclub

Dieses Mal waren Céline und Liam am Gartentag dabei. Zusammen haben wir zwei Bete vorbereitet, angesät und noch etwas gejätet. Schön, dass ihr dabei wart! Der nächste Gartenclubtag ist am 30. Mai. Melde dich, falls du dabei sein möchtest.

Was geschieht im April?

Im Mai kann ich nach den Eisheiligen (die hoffentlich letzten kalten Tage vom 11. – 15. Mai) die restlichen Pflanzen aussäen. Dabei sind vor allem noch viele Färberpflanzen, bei denen ich mich noch bis dahin gedulden muss. Auch einiges Gemüse kann ich dann noch säen und die vorgezogenen Kürbisse können gepflanzt werden. Wenn du den letzten Newsletter noch in Erinnerung hast, dann hast du dich sicher gefragt, wo den das Update zum Färben bleibt. Naja, dass kommt erst noch, das habe ich auch in diesem Monat noch nicht geschafft. Ausserdem steht sicher das Sortieren der Wolle auf dem Plan.

Die Kürbisse können nach dem 15. Mai gepflanzt werden 

Im Fokus: Tolle Wolle!

Wolle zählt zu den ältesten Rohstoffen für Kleidung. Schafe werden vermutlich schon seit rund 10’000 Jahren gehalten. Während die Tiere ihre Wolle früher noch selbst verloren, mussten sie später geschoren werden. Die Verarbeitung von Wolle zu Textilien gewann rasch an Bedeutung, verlor jedoch mit Baumwolle und synthetischen Fasern an Stellenwert.

Wolle ist eine tierische Naturfaser, die durch das Scheren von Schafen gewonnen wird. Nach der Schur wird sie sortiert, gewaschen und weiterverarbeitet. Sie besteht aus Keratin,  demselben Stoff wie unsere Haare und Nägel.

Besonders faszinierend sind die vielseitigen Eigenschaften der Wolle: Sie ist atmungsaktiv, temperaturausgleichend sowie schmutz- und geruchsabweisend. Oft reicht deshalb einfaches Auslüften statt Waschen.

Für mich ist Wolle ein wertvoller, natürlicher und nachwachsender Rohstoff. Unbehandelt ist sie vollständig biologisch abbaubar und wirkt durch ihre Zusammensetzung sogar als Langzeitdünger. Gleichzeitig ist sie langlebig, pflegeleicht und schenkt über viele Jahre Wärme und Freude.

Gerade weil Wolle ein tierisches Produkt ist, ist es wichtig, darauf zu achten, woher sie stammt und wie die Schafe gehalten werden. Transparenz und ein bewusster Umgang sind deshalb für Mariegold zentral.

Weiterführende Quellen:

–Hightech aus der Naatur. Swiss Wool

–Schafwolle – Ein Allroundtalent aus der Natur. Textil-Trainer

–Schafwolle. Material Archiv

Im nächsten Newsletter erzähle ich dir mehr über Permakultur. 

Ich wünsche dir einen wunderschönen Mai mit vielen leckeren Erdbeeren

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